Eine häufig gestellte Weinfrage ist die nach dem Dekantieren.
Dabei geht es um das Abgießen eines Weines in eine Glaskaraffe vor dem Trinken.
Neben dem schönen Anblick einer Weinkaraffe auf dem Tisch spielen zwei verschiedene technische Aspekte ein Rolle: Einerseits haben gereifte Rotweine (ab ca. 4 Jahren) die Neigung, ein Depot in der Flasche zu bilden. Dabei fallen bestimmte Inhaltsstoffe (Farb- und Gerbstoffe) aus und setzen sich am Flaschenboden ab.
Um diese nicht ins Trinkglas zu bekommen wird die Flasche, die vorher einige Stunden senkrecht stand, vorsichtig in eine Karaffe umgegossen und der Bodensatz abgetrennt. Der andere, noch wichtigere Aspekt ist das Belüften des Weines. Viele Weine, besonders gehaltvolle, kräftige Rotweine profitieren sehr vom Kontakt mit der Luft, da sie sich erst mit dem zugeführten Sauerstoff „öffnen“ und ihr ganzes Aroma offenbaren. Deshalb öffnet man den Wein einige Zeit vor dem Trinken (bis zu zwei Sunden) und gießt den Wein in die entsprechende Karaffe. Der Wein atmet und ist oft nach einiger Zeit nicht wieder zu erkennen: Der Weinfreund ist erstaunt über die üppigen, vollen Aromen und die Weichheit des Weines, der vor dem Dekantieren noch verschlossen und herb gewirkt hat.
Probieren Sie diesen Effekt mit folgendem Wein aus: „Les Mûres“ vom Château de Roquefort aus der Provence ist so ein kräftiger Wein mit wunderbaren Fruchtaromen, die der Wein aber erst nach ca. einer Stunde in der Karaffe zeigt. Eine feste Struktur (schöne gereifte Gerbstoffe und hohe Mineralität – alte Reben auf bestem Boden) und üppige Fruchtaromen (Les Mûres = Brombeeren) machen diesen Wein zu einem schönen Begleiter der südfranzösischen Küche, zum Beispiel Lammkeule mit Rosmarin gewürzt.
Gutes Lammfleisch gibt es auf dem Göttinger Wochenmarkt, ein schöne Weinkaraffe im gut sortierten Weinfachgeschäft und den Wein bei Bremers.
Schönes Wochenende!